30.6.09

2. Geburtstag

Lieber Ügelimatz,

heute bist du mit deinem neuen Polizeiauto ins Bett gegangen. "Da
Bagga is su gooß! Der kann nich ins Bett. Is su gooß!" Wir haben ihn
neben dem Bett geparkt, damit du ihn morgen früh gleich wieder findest.

Ein wunderschöner Geburtstag war das heute. Morgens die ersten
Geschenke ausgepackt, dann bei der Tagesmutter Geburtstagsfrühstück
und die nächsten Geschenke. Dann kam Großmuttern und hat die Kinder in
den Zoo entführt. Dort durftest du dir das Polizeiauto aussuchen (und
Lotte ein Nashorn). Zuhause der Bagger und ein Müllauto. Einen
richtigen Fuhrpark hast du jetzt und es fehlt eine Autokiste. Die
werden wir demnächst gemeinsam basteln!

Am Abend noch ein Spaziergang mit Papa zum Eisladen. Und dann wart
Ihr, du und Lotte, wirklich k.o. Während Lotte schnell einschlief,
warst du noch mit den Ereignissen des Tages beschäftigt und musstest
auf Mutters Schoß ein bisschen plaudern. Das Polizeiauto immer in der
Hand!

Was bist du doch für ein rechter Junge: Du liebst alles was rollt,
rennst im Sauseschritt durch die Wohnung, schläfst als echter
Warmblüter am liebsten ohne Decke, spielst liebend gerne in der
Badewanne und rutscht so gut wie nie aus. Du schmeißt eher etwas hin,
als dass du es legst. Du suchst immer verzweifelt deine Nuckis, weil
sie halt irgendwo landen. Du hast Kraft, viel Kraft. Die Feinmotorik
kommt nur langsam zu dir. Du puzzelst gerne, lässt dich von dem
schwierigen Legen der Teile allerdings gerne frustrieren. Seit wenigen
Tagen malst du allerliebste Kringel aufs Papier. Die Krikelkrakelphase
scheint ein Ende zu nehmen. Du bist eigentlich ein ganz
kompromissbereiter kleiner Kerl, aber wenn dich der wilde Watz packt,
dann wälzt du dich auch gerne mal schreiend auf dem Boden. (Was man
nicht wirklich ernst nehmen muss. Du probierst halt mal, ob wir drauf
reagieren.) Du liebst Baustellen und Feuerwehren und überhaupt Männer!
Natürlich magst du uns Frauen auch! Sehr sogar! Aber wir sind ja so
viele hier im Haus, dass die wirkliche Begeisterung den Männern gilt!
Die allergrößte Begeisterung weckt natürlich Papa. Mit Papa lässt es
sich so herrlich toben! Wenn Papa den Hai mimt, der kleine Kinder
jagt, dann quietschen hier zwei Kinder vor Lachen um die Wette. Ein
anderes Lieblingsspiel ist Verstecken. Gerne ziehst du dir ein Laken
über den Kopf und sitzt dann "versteckt" auf dem Sofa. Toll, wie dann
alle nach dir suchen und dich gar nicht finden können!

Lieber Ulrich, herzlichen Glückwunsch zum 2. Geburtstag! Schlaf schön
in dein drittes Lebensjahr hinein! Wir freuen uns auf morgen und alle
anderen Tage mit dir!

25.6.09

Das Kind lesen lernen

Unsere lieben Kinderlein sind nun in einem Alter angelangt, wo sie die
Manipulation ihrer Eltern perfektionieren. Allabendlich habe ich in
den letzten Wochen den Mama-Lotte-Clinch um meine exklusive
Aufmerksamkeit, trotz oder wegen der Anwesenheit ihres Bruders. Da
kann man noch so sanft, liebevoll oder auch resolut sein, Madame
inszeniert ein Drama, dessen Lösung auf die eine oder andere Weise
dazu führt, dass sie ein paar Momente Mama für sich hat. Strategie 1:
Die Eltern achten darauf, jedes Kind mal allein für sich zu betreuen.

Dann kam der Abend, wo Lotte ihre abendliche Szene am Abendbrottisch
losließ, und zwar in Anwesenheit des Großvaters. Sie wollte einfach
aus der Küche rennen, wurde von mir zum Tisch zurück zitiert, fing auf
ihrem Stuhl an bitterlich zu heulen, weil sie ja soooo müde sei und
unbedingt sofort ins Bett müsse. Abends um 18h30! Gut, ihr wurde
erlaubt, die Küche zu verlassen und sich ihren Schlafanzug anzuziehen.
Großes Geheul im Kinderzimmer. Irgendwann kam das übermüdete Kind
wieder in die Küche, damit Mama beim Zähneputzen helfen möge. Gesagt,
getan. Zähneputzen, Bett, Liedchen singen. Großvater betuddelt den
Kleinen, der dann auch zu Mama will. Kaum sitzt Ügeli auf Mamas Schoß,
wird Lotte wieder munter. Sie könne nicht einschlafen... Mama lässt
sie aus dem Bett aufstehen und äußert deutlich ihren Unmut über die
mit dem Theater vergeudete Zeit, die man besser mit gemeinsamen
Spielen hätte verbringen können.

Später, als die Kinderlein endlich im Bett sind, macht der Großvater
mich darauf aufmerksam, dass Lottes Heulerei deutlich gespielt war.
Ich war mir in der Situation nicht so sicher, ob das der Fall ist.
"Doch, doch. Selbst Ulrich hat ruhig weiter gegessen und sich das
Theater interessiert angesehen! Wäre Lotte wirklich in Not gewesen,
hätte er da ganz sicher anders, beunruhigter reagiert." Wow, welche
Erkenntnis! Ich kann das Verhalten meines Sohnes zur Hilfe nehmen, um
das Verhalten meiner Tochter einzuschätzen, und umgekehrt! Wenn das
keine Hilfe ist! Strategie 2: Bist du dir unsicher, ob Theater oder
Ernst vorliegt, achte auf die Reaktion des anderen Kindes.

Das Feedback des Großvaters führt hier zu einer rapiden
Neueinschätzung diverser Situationen durch die Eltern. Neue Rituale
und Maßnahmen werden besprochen. Z.B. wird das abendliche
Zubettbringen der Kinder in Zukunft kürzer ablaufen. Heute z.B. saß
Muttern in der Mitte des dunklen Zimmers und wartete auf schlafende
Kinder. Lotte lag ruhig da, während Ügeli in einem fort nach "Mama"
fragte, klagte, jammerte. Nur "Mama". Ach so, und "Fläschchen".
Muttern sagte kein Wort, geerdet durch Lottes Ruhe und der dadurch
möglichen Beobachtung, dass Ügeli sich die ganze Zeit im Bett wälzte,
aber nicht mal den Kopf hob, um sich zu vergewissern, ob ich da sei
oder nicht. Er wusste also, dass ich da bin. Er wollte mich bloß nach
seiner Nase tanzen lassen. Irgendwann legte er mal eine Pause ein, da
nahm Lotte den Faden auf und fing an zu jammern. Dann "Mama" in den
diversen Tonlagen: einschmeichelnd, lockend, fragend, fordernd,
jammernd, entrüstet... Irgendwann stand sie auf und ging zu der ruhig
sitzenden Mutter hin. Diese wies stumm auf ihr Bett. Lotte legte sich
wieder hin. Daraufhin nahm Ulrich den Faden wieder auf... Schick, wie
die das machen, oder? Irgendwann habe ich den Raum verlassen. Ulrich
war inzwischen eingeschlafen, Lotte steigerte sich in eine Heularie
Deluxe. Die Elternkonferenz im Nebenzimmer ergab: Wir werden den
Kindern in Zukunft zumuten, alleine den Weg in den Schlaf zu finden,
sollte das Absingen zweier Lieder noch nicht zum Einschlafen geführt
haben. Es werden keine Händchen mehr und keine großen Beruhigungsreden
gehalten. Sollen sie im Dunkeln miteinander reden oder mit einer Puppe
oder was auch immer. Das ist okey. In der Übergangszeit richten wir
uns auf abendliche Heulszenen im Kinderzimmer ein. Strategie 3: Der
Feierabend der Eltern wird nunmehr gegenüber den Kindern eingefordert
und durchgesetzt.

- Wie das mit Lotte heute ausging: Wir haben sie heulen lassen und
ihre Fluchtversuche aus dem Schlafzimmer ("ich will im Wohnzimmer
einschlafen") ruhigen Widerstand entgegengesetzt. Nach 10 Minuten
Heulerei bin ich ins Zimmer, hab mich mit Abstand neben das Bett
gestellt, ganz kurz ein paar beruhigende Worte gesagt, abgewartet,
dass sich die Schluchzatmung beruhigt und bin wieder aus dem Zimmer
raus, bevor das Kind schlief. Seither ist Ruhe. Ulrich hat sich im
Schlaf nicht durch die Heularie stören lassen.

14.6.09

ausgeschlafen

Nachdem Ügeli mich in den letzten Tagen ab 5h30 putzmunter beglückte,
durften die Eltern heute bis <b>8 Uhr</b> ausschlafen! Lotte erzählte
der verwundert blinzelnden Mutter, sie säße schon gaaanz lange neben
ihr und spiele ruhig mit ihrer Puppe. Ob gaaaaaanz lange nun 5 Minuten
waren oder eine Stunde, das wag ich nicht zu entscheiden...

Da Lotte die letzten Nächte immer durchpullerte - was einer
ungestörten Nachtruhe ja etwas abträglich ist -, sind wir zur
Nachtwindel zurückgekehrt. Heute morgen war sie gefüllt und Kind und
Eltern haben sich auf die Schultern geklopft für diese kluge
Entscheidung!

9.6.09

O-Ton Ulrich

"Wenn da anda Bagga fertich is, dann kann da anda Bagga baggan!"

Der erste Wenn-dann-Satz. Und er ist selbst so begeistert von seinem
Satz, dass er ihn in Endlosschleife wiederholt. Ich denke die
Baustelle auf dem Grundstück gegenüber wird hier eine weitere
Sprachexplosion auslösen!

7.6.09

von kurzen und langen Beinen

Also heute Abend bin ich nur gerannt. Erst vorneweg und dann hinter
zwei Winzlingen hinterher, eine Zwergin, eine Gnomin, die alles platt
machten und mich einsammeln ließen. So gemütlich war es noch nie in
WoW! Aber vor allem war es äußerst unterhaltsam! Vielen Dank, Frau
Giftzwerg und Frau Schnuten, für diese erste Mal!

Hängebauchschwein

Lotte möchte ihrem Bruder zum Geburtstag ein Hängebauchschwein
schenken. Das ist momentan nicht modern. Vor 10 Jahren gab es
offensichtlich Exemplare bei Schleich und Bullyland. Die werden heute
zu utopischen Einzelpreisen (20 €) bei Ebay gehandelt. Wussten Sie,
was für eine tolle Geldanlage diese Plastikviecher sind?

Wir werden den Schenkwunsch jedenfalls in eine andere Richtung lenken
müssen...

5.6.09

Bettparty

Große Premiere: Das Nachbarskind schläft heute zum ersten Mal bei uns!
Es gab viele viele Schokobons, viel Spiel und eine Geschichte und
viele viele Schlaflieder. Aber nun schlafen alle drei auf dem
Matratzenlager im Kinderzimmer. Mal sehen, wie lange...

4.6.09

kleine Überraschungen

Vereitertes Klabauternagelbett - immer mal was Neues.